Das Wasserkraftwerk Kiebingen ist ein Laufwasserkraftwerk am Neckar in Kiebingen, das zur Stadt Rottenburg am Neckar gehört. Eigentümer und Betreiber ist die EnBW Kraftwerke AG.[1][3]
Wasserkraftwerk Kiebingen
Kiebinger Wasserkraftwerk im Jahr 2014 Kiebinger Wasserkraftwerk im Jahr 2014
Kombiniertes Kohle- und Wasserkraftwerk im Jahr 1910Turbinen des Kiebinger Kraftwerks nach dem Umbau im Jahr 1912
Das Kraftwerk wurde 1902 bis 1903 von den Gebrüdern Junghans erbaut.[3][4] Zunächst besaß es vier Francis-Turbinen, die aber 1924/25 durch vertikale Francis-Schachtturbinen ersetzt wurden, die ohne Einlaufbauwerk auskamen.[4][5] Zeitweilig befand sich am Standort des Wasserkraftwerks auch zusätzlich noch ein kleines Dampfkraftwerk. 1996 wurden das Stauwehr aus Sicherheitsgründen einer grundlegenden Sanierung unterzogen.[4] Bis dahin war das mit 14 jeweils 3,4m breite Wehrfeldern bestückte Stauwehr 56m breit und hatte eine Stauhöhe von 3,3m, das nun durch ein Schlauchwehr ersetzt wurde.[4] In den folgenden Jahren wurden weitere umfangreiche Modernisierungsmaßnahmen durchgeführt:[1] So wurden die Turbinen wegen mangelnder Effizienz durch neue ersetzt.[4] Die ersten beiden neuen Propellerturbinen gingen im April 2001, die anderen beiden im Anfang 2003 in Betrieb.[4] Die neuen Turbinen wurden am Institut für Strömungsmechanik und hydraulische Strömungsmaschinen der Universität Stuttgart numerisch optimiert und so dimensioniert, dass das vorhandene Saugrohr nicht angepasst werden musste.[5][4] Mit den neuen Turbinen konnte eine um etwa 30% höhere Energieausbeute erreicht werden.[4][5] Eine Fischtreppe wurde im Jahr 2004 errichtet.[2]
Siehe auch: Abschnitt „Kraftwerk“ im Artikel „Industrialisierung in Rottenburg“
Heutige Technik
Die vier Kaplan-Turbinen erzeugen mit einem Durchfluss von insgesamt 22,87m³/s und einer Fallhöhe von 8,3m eine elektrische Leistung von 1,65MW.[1] Das ca. 47m lange, zweifeldrige Stauwehr ist als Schlauchwehr ausgeführt und war in dieser Bauform zeitweilig das größte in Europa.[1][2][3] Die beiden Wehrfelder sind dabei jeweils 23m breit und haben eine Stauhöhe von 3,3m.[1] Unterhalb des Wehrs befindet sich ein 21m langes und 50m breites Tosbecken.[1]
Das Kraftwerk verfügt über eine Fischtreppe.[6] Diese ist als Kombinationsbauwerk
aus Umgehungsgewässer und Beckenschlitzpass angelegt und hat eine Länge von ca. 257m und einen Wasserdurchfluss von ca. 500l/s.[2]
Lagekarte
Lage des Wasserkraftwerks Kiebingen und der anderen drei Kraftwerke in Rottenburg (interaktive Karte)
Marion Renz et al.:Wasserkraftnutzung in der Region Neckar-Alb – Neckar. Hrsg.: Regionalverband Neckar-Alb. Februar 2011 (rvna.de[PDF; 14,0MB; abgerufen am 13.Oktober 2013]).
Ulrich Eisele:Am und unter dem Fluss.tagblatt.de,22.Juni 2009,archiviertvomOriginalam24.September 2015;abgerufen am 21.Juli 2011.
Wirtschaftsministerium Baden-Württemberg (Hrsg.):Wasserkraft in Baden-Württemberg. Technik, Planung und Genehmigung. 1. Auflage. Stuttgart Dezember 2003, 7.2 Wasserkraftanlage Kiebingen, S.112–115 (Broschüre).
Eberhardt Göde:Simulation von hydraulischen Strömungsmaschinen am virtuellen Prüfstand. In: Institut für Solare Energieversorgungstechnik (Hrsg.): Sechstes Kasseler Symposium Energie-Systemtechnik. Erneuerbare Energien und Rationelle Energieverwendung. Innovative Energiewandler. 15.−16. November 2001. Kassel 2001, S.29–41 (iwes.fraunhofer.de (Memento vom 3. Dezember 2013 im Internet Archive) [PDF; 3,4MB; abgerufen am 1.September 2013] Tagungsband).Simulation von hydraulischen Strömungsmaschinen am virtuellen Prüfstand (Mementodes Originals vom 3. Dezember 2013 im Internet Archive)Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.iwes.fraunhofer.de
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